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Eine Gaststätte – zwei Wirte – drei Jahrzehnte

Ulf Jungnitz (l.) und Hans-Jürgen Berger (r.) verbindet inzwischen mehr als das „Lindeneck“ – eine echte Männerfreundschaft ist seit acht Jahren entstanden. Ulf Jungnitz (l.) und Hans-Jürgen Berger (r.) verbindet inzwischen mehr als das „Lindeneck“ – eine echte Männerfreundschaft ist seit acht Jahren entstanden. Foto: SWB/Julia Sachse

Oschatz. Wer sich diesen Sommer über bei Ulf Jungnitz auf ein frisches Pils im neu überdachten Biergarten niedergelassen hat, hat es sicher bemerkt: Der Jahrestag der Eröffnung rückte näher, es war Hand angelegt worden, um es den Gästen einmal mehr gemütlich zu machen. Denn das Erfolgsrezept des inzwischen dreißigjährigen Gastronomiebetriebs lautete von Anfang an: „Authentisch, freundlich, lecker!“.
Dieser Anfang findet sich übrigens in Form eines sogenannten HO-Bewirtschaftungsvertrags vom 6. Oktober 1989. Die Konsumgesellschaft bot Hans-Jürgen Berger damals an, im Erdgeschoss des Wohnhauses in der Goethestraße eine Gaststätte zu betreiben. Er sagte zu, die Stadt pflanzte auf der Grünfläche davor zwei Linden – und schon gab es den ersten Konflikt wegen des Namens. „Bei mir hat eine ‚Ecke‘ mindestens drei Eckpunkte, habe ich gesagt. Da musste also noch eine gepflanzt werden, denn den Namen zu ändern kam nicht infrage.“, erklärt der heutige Rentner. Ein Jahr später, nach dem Fall der Mauer, übernahm er das „Lindeneck“ dann als selbstständiger Gastronom. 1992 macht er mit dem Einverständnis seines Vermieters, der Oschatzer Wohnstätten GmbH, aus den Kühlräumen einen bis heute offenen Getränkemarkt und eröffnet nebenan eine Pension mit drei Zimmern.


Diese sind bis heute meistens ausgebucht. In der Woche sind die Montagearbeiter hier zu Hause und an den Wochenenden quartieren auch gern Familien aus dem Wohngebiet Verwandte für größere Feierlichkeiten über Nacht hier ein.
Einen kuriosen Zwischenfall gab es dann im Jahr 1995, als die Stadträte von Oschatz vorhatten, die Biergärten der Stadt nur noch tagsüber öffnen zu lassen. Dabei machte man doch gerade in den späten Abendstunden und des Nachts die geselligsten Erfahrungen und hörte die interessantesten Gespräche – keine gute Idee also, fand auch Berger und plädierte gegen die Schließung. Seine Argumente und die der anderen Wirte kommen an und die Stadträte verlangen scherzhaft lebenslang Freibier für ihr Einlenken.


Seit acht Jahren aber steht inzwischen Ulf Jungnitz hinter der Theke und leitet den Treffpunkt für Bewohner und Gäste der umliegenden Straßen. Der einstige Getränkelieferant von Hans-Jürgen Berger hatte 2011 die Entscheidung getroffen, sich aus dem bisherigen Job zurückzuziehen und neu anzufangen. Nach zwei schweren Jahren und mit der Unterstützung der Brauerei lief es dann auch richtig gut. Die Stammkunden von früher haben sich an ihn und sein Team gewöhnt. Mit viel Humor und immer im Sinne des Gastes kümmert man sich hier um jeden Einzelnen.
Gefeiert wird das übrigens am Freitag, dem 11., und am Samstag, dem 12. Oktober, jeweils ab 20 Uhr. Den ersten Abend über kann im Festzelt getanzt und am folgenden Abend auch an gleicher Stelle Livemusik der Band „Musikexpress“ genossen werden. Für die Kinder wird es am 12. Oktober schon ab 14 Uhr viel zu erleben und zu entdecken geben beim „Lindeneck“-Spielspaß“.
Na dann: Auf die nächsten 30! SWB/JS